Kann man mit 3.000, 5.000 oder 10.000 Euro Startkapital und einer monatlichen ETF-Sparrate von 200, 300 oder 500 Euro langfristig ein passives Einkommen von 500, 1.000 oder sogar 2.000 Euro monatlich aufbauen?

Ja, grundsätzlich ist ein solcher langfristiger Vermögensaufbau möglich.

Wie schnell ein solches Vermögen entsteht, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab:

  • dem Startkapital,
  • der monatlichen Sparrate,
  • der Anlagedauer,
  • der tatsächlichen Rendite,
  • den Kosten,
  • Steuern und
  • der Entwicklung der Finanzmärkte.

In diesem Artikel rechnen wir deshalb verschiedene Szenarien durch.

Dabei betrachten wir zwei unterschiedliche Renditeannahmen: 7 % und 10 % pro Jahr.

Außerdem stellen wir zwei unterschiedliche ETF-Konzepte gegenüber:

  • einen globalen Welt-ETF
  • einen S&P-500-ETF

Wichtig: Die Renditeannahmen sind ausschließlich Modellrechnungen. Niemand kann garantieren, dass ein ETF in Zukunft durchschnittlich 7 % oder 10 % pro Jahr erzielt.


1. Was bedeutet eigentlich „passives Einkommen“?

Viele Menschen denken bei passivem Einkommen sofort an Dividenden.

Das ist aber nicht zwingend notwendig.

Ein ETF kann beispielsweise thesaurierend sein. Die Erträge werden dann automatisch wieder angelegt.

Später kann der Anleger regelmäßig einen Teil seiner ETF-Anteile verkaufen.

Ein einfaches Rechenbeispiel:

600.000 Euro Depotvermögen × 4 % = 24.000 Euro pro Jahr

Das entspricht:

24.000 Euro ÷ 12 = 2.000 Euro pro Monat

Die 4-%-Annahme ist allerdings lediglich eine Planungsgröße.

Sie bedeutet nicht, dass ein Anleger dauerhaft und garantiert 4 % seines Vermögens entnehmen kann, ohne dass das Depot irgendwann kleiner wird.

Deshalb unterscheiden wir:

Dividendeneinkommen

Der ETF schüttet tatsächlich Geld an den Anleger aus.

Entnahmeeinkommen

Der Anleger verkauft regelmäßig einen kleinen Teil seiner ETF-Anteile.

Für unsere Modellrechnung verwenden wir die zweite Variante.


2. Wie viel Vermögen brauche ich für 500, 1.000 oder 2.000 Euro monatlich?

Wenn wir beispielhaft mit einer jährlichen Entnahme von 4 % rechnen, ergibt sich folgende Orientierung:

ZielMonatliches EinkommenJährliches EinkommenErforderliches Depot bei 4 %
500 € monatlich500 €6.000 €150.000 €
1.000 € monatlich1.000 €12.000 €300.000 €
2.000 € monatlich2.000 €24.000 €600.000 €

Beispiel:

300.000 € × 4 % = 12.000 €

12.000 € ÷ 12 = 1.000 € monatlich

Diese Zahlen sind keine Garantie für ein dauerhaftes Einkommen.


3. Zwei ETF-Ansätze: Welt-ETF oder S&P 500?

Für unseren Artikel betrachten wir zwei unterschiedliche Ansätze.

Variante 1: Vanguard FTSE All-World

Ein Beispiel ist der:

Vanguard FTSE All-World UCITS ETF

ISIN: IE00BK5BQT80
Ticker an der Deutschen Börse: VWCE
Thesaurierend: Ja
Domizil: Irland

Der ETF investiert weltweit in große und mittelgroße Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern.

Vanguard weist aktuell eine breite Länder- und Unternehmensstreuung aus. Die USA machen dabei einen großen Anteil des Fonds aus, daneben sind unter anderem Japan, Großbritannien, Taiwan, Kanada und China vertreten.

Der große Vorteil:

Man investiert nicht ausschließlich in die USA, sondern in einen globalen Aktienmarkt.


4. Variante 2: S&P 500

Die zweite Möglichkeit ist ein ETF auf den:

S&P 500

Der S&P 500 umfasst große US-Unternehmen.

Ein Beispiel ist der:

Vanguard S&P 500 UCITS ETF

Vanguard bietet diesen ETF auch als thesaurierende Variante an. Der Fonds bildet den S&P 500 physisch ab und hält rund 500 US-Unternehmen. Die laufenden Kosten des betrachteten Vanguard-ETF liegen aktuell bei 0,07 %.

Damit ist dieser ETF deutlich stärker auf die USA konzentriert als der FTSE All-World.


5. Was hat Warren Buffett mit dem S&P 500 zu tun?

Der S&P 500 ist auch deshalb interessant, weil Warren Buffett seit vielen Jahren einen breit gestreuten Indexfonds als geeignete Lösung für Anleger genannt hat, die nicht selbst einzelne Unternehmen analysieren möchten.

Berkshire Hathaway veröffentlichte beispielsweise bereits 1993 die Aussage, dass ein Anleger, der langfristig amerikanische Unternehmen besitzen möchte, breit diversifizieren und regelmäßig in einen Indexfonds investieren kann.

Auch in späteren Berkshire-Berichten verwies Buffett auf die Möglichkeit, einfach einen S&P-500-Indexfonds zu besitzen.

Das bedeutet allerdings nicht:

„Buffett garantiert 10 % Rendite.“

Eine solche Aussage wäre falsch.

Buffetts Empfehlung eines Indexfonds ist ein Argument für einen einfachen, breit gestreuten Ansatz – keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.


6. Was ist der Unterschied zwischen FTSE All-World und S&P 500?

Vereinfacht gesagt:

MerkmalFTSE All-WorldS&P 500
AnlageschwerpunktWeltweitUSA
IndustrieländerJaUSA
SchwellenländerJaNein
Anzahl der UnternehmenMehrere TausendCa. 500
USA-AnteilSehr hoch100 %
DiversifikationGlobalAuf die USA konzentriert
BeispielVanguard FTSE All-WorldVanguard S&P 500

Der FTSE All-World verteilt das Kapital über zahlreiche Länder.

Der S&P 500 konzentriert sich dagegen auf die großen US-Unternehmen.

Beide Ansätze haben unterschiedliche Chancen und Risiken.


7. Warum rechnen wir mit 7 % und 10 %?

Hier wird es besonders interessant.

Wir verwenden in diesem Artikel zwei Modellannahmen.

Szenario A: 7 % pro Jahr

Diese Variante soll eine vorsichtigere langfristige Modellrechnung darstellen.

Szenario B: 10 % pro Jahr

Diese Variante ist deutlich optimistischer.

Sie orientiert sich grob an langfristigen historischen Größenordnungen des US-Aktienmarktes inklusive Dividenden, darf aber nicht als erwartete zukünftige Rendite verstanden werden.

Die tatsächliche Rendite kann wesentlich höher oder niedriger ausfallen.

Außerdem kann es Jahre mit starken Kursgewinnen und Jahre mit erheblichen Verlusten geben.

10 % pro Jahr bedeutet also nicht, dass ein ETF jedes Jahr 10 % steigt.


8. 3.000 Euro Startkapital + 200 Euro monatlich

Bei 7 % Rendite

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 23,3 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 32,0 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 41,5 Jahre

Bei 10 % Rendite

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 19,2 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 25,7 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 32,6 Jahre

Schon hier erkennt man, wie stark eine höhere Renditeannahme die Modellrechnung verändert.


9. 3.000 Euro Startkapital + 300 Euro monatlich

Bei 7 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 19,0 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 27,2 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 36,3 Jahre

Bei 10 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 16,1 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 22,2 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 28,9 Jahre

10. 3.000 Euro Startkapital + 500 Euro monatlich

Bei 7 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 14,2 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 21,4 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 29,8 Jahre

Bei 10 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 12,3 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 17,9 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 24,2 Jahre

Hier wird der Effekt der höheren Sparrate besonders deutlich.


11. 5.000 Euro Startkapital + 200 Euro monatlich

Bei 7 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 22,5 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 31,3 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 40,7 Jahre

Bei 10 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 18,5 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 25,0 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 31,8 Jahre

12. 5.000 Euro Startkapital + 300 Euro monatlich

Bei 7 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 18,5 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 26,7 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 35,8 Jahre

Bei 10 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 15,5 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 21,7 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 28,4 Jahre

13. 5.000 Euro Startkapital + 500 Euro monatlich

Bei 7 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 13,8 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 21,1 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 29,5 Jahre

Bei 10 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 12,0 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 17,6 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 23,9 Jahre

14. 10.000 Euro Startkapital + 200 Euro monatlich

Bei 7 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 20,8 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 29,6 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 39,0 Jahre

Bei 10 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 16,9 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 23,4 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 30,2 Jahre

15. 10.000 Euro Startkapital + 300 Euro monatlich

Bei 7 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 17,3 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 25,5 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 34,5 Jahre

Bei 10 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 14,4 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 20,6 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 27,2 Jahre

16. 10.000 Euro Startkapital + 500 Euro monatlich

Jetzt kommen wir zum stärksten unserer Beispiele.

Bei 7 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 13,1 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 20,3 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 28,7 Jahre

Bei 10 %

ZielErforderliches DepotZeit bis zum Ziel
500 € monatliches Einkommen150.000 €ca. 11,3 Jahre
1.000 € monatliches Einkommen300.000 €ca. 16,9 Jahre
2.000 € monatliches Einkommen600.000 €ca. 23,2 Jahre

17. Die große Übersicht: 7 % Rendite

StartkapitalMonatliche Sparrate500 € Einkommen1.000 € Einkommen2.000 € Einkommen
3.000 €200 €23,3 Jahre32,0 Jahre41,5 Jahre
3.000 €300 €19,0 Jahre27,2 Jahre36,3 Jahre
3.000 €500 €14,2 Jahre21,4 Jahre29,8 Jahre
5.000 €200 €22,5 Jahre31,3 Jahre40,7 Jahre
5.000 €300 €18,5 Jahre26,7 Jahre35,8 Jahre
5.000 €500 €13,8 Jahre21,1 Jahre29,5 Jahre
10.000 €200 €20,8 Jahre29,6 Jahre39,0 Jahre
10.000 €300 €17,3 Jahre25,5 Jahre34,5 Jahre
10.000 €500 €13,1 Jahre20,3 Jahre28,7 Jahre

18. Die große Übersicht: 10 % Rendite

StartkapitalMonatliche Sparrate500 € Einkommen1.000 € Einkommen2.000 € Einkommen
3.000 €200 €19,2 Jahre25,7 Jahre32,6 Jahre
3.000 €300 €16,1 Jahre22,2 Jahre28,9 Jahre
3.000 €500 €12,3 Jahre17,9 Jahre24,2 Jahre
5.000 €200 €18,5 Jahre25,0 Jahre31,8 Jahre
5.000 €300 €15,5 Jahre21,7 Jahre28,4 Jahre
5.000 €500 €12,0 Jahre17,6 Jahre23,9 Jahre
10.000 €200 €16,9 Jahre23,4 Jahre30,2 Jahre
10.000 €300 €14,4 Jahre20,6 Jahre27,2 Jahre
10.000 €500 €11,3 Jahre16,9 Jahre23,2 Jahre

Alle Werte sind gerundete Modellrechnungen.


19. Was zeigen die beiden Renditeszenarien?

Der Unterschied ist enorm.

Nehmen wir unser Beispiel:

10.000 € Startkapital + 500 € monatlich

Bei 7 %:

→ 300.000 € nach etwa 20,3 Jahren

Bei 10 %:

→ 300.000 € nach etwa 16,9 Jahren

Das sind mehr als drei Jahre Unterschied.

Noch größer wird der Unterschied beim Ziel von 600.000 Euro:

Bei 7 %:

→ etwa 28,7 Jahre

Bei 10 %:

→ etwa 23,2 Jahre

Aber genau hier liegt auch die Gefahr einer solchen Rechnung.

Niemand weiß heute, ob ein Anleger tatsächlich 10 % durchschnittliche Rendite erzielen wird.

Deshalb sollte man die 10-%-Variante als optimistisches Szenario betrachten und nicht als Versprechen.


20. 10 % Rendite – ist das realistisch?

Die Antwort lautet:

Historisch betrachtet sind Renditen in dieser Größenordnung am US-Aktienmarkt vorgekommen.

Daraus folgt aber nicht, dass Anleger künftig automatisch 10 % pro Jahr erzielen.

Der Unterschied ist entscheidend.

Wenn beispielsweise ein Aktienmarkt langfristig durchschnittlich 10 % erreicht, bedeutet das nicht:

Jahr 1: +10 %

Jahr 2: +10 %

Jahr 3: +10 %

und so weiter.

Die tatsächliche Entwicklung kann beispielsweise aus starken Plusjahren und deutlichen Verlustjahren bestehen.

Deshalb sollte niemand seine persönliche Finanzplanung ausschließlich auf die Annahme von 10 % Rendite stützen.


21. Warum der S&P 500 historisch so interessant ist

Der S&P 500 umfasst die großen börsennotierten US-Unternehmen.

Dazu gehören beispielsweise große Technologie-, Finanz-, Gesundheits- und Konsumunternehmen.

Der Vanguard S&P 500 UCITS ETF bildet diesen Index physisch ab und hält aktuell rund 500 Unternehmen.

Der S&P 500 hat in der Vergangenheit eine starke langfristige Entwicklung gezeigt.

Das erklärt auch, warum der Index in Diskussionen über langfristiges Investieren immer wieder auftaucht.

Aber:

Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.


22. Warum der Welt-ETF trotzdem interessant bleibt

Wer nicht ausschließlich auf die USA setzen möchte, kann einen globalen ETF wählen.

Der Vanguard FTSE All-World investiert nicht nur in den USA, sondern auch in andere entwickelte Märkte und Schwellenländer.

Damit erhält der Anleger eine andere Form der Diversifikation.

Der Nachteil:

Wenn US-Aktien über viele Jahre deutlich besser laufen als andere Regionen, kann ein globaler ETF hinter einem reinen S&P-500-Investment zurückbleiben.

Umgekehrt kann die weltweite Streuung von Vorteil sein, wenn andere Regionen stärker wachsen.

Es gibt deshalb nicht den einen ETF, der für jeden Anleger automatisch der richtige ist.


23. Thesaurierend oder ausschüttend?

Für die Ansparphase kann ein thesaurierender ETF interessant sein.

Die Erträge werden automatisch wieder angelegt.

Das bedeutet:

Rendite → Wiederanlage → höheres Vermögen → potenziell höhere zukünftige Erträge

Dadurch kann der Zinseszinseffekt besonders einfach genutzt werden.

Wer später Geld aus dem Depot benötigt, kann regelmäßig ETF-Anteile verkaufen.

Ein ausschüttender ETF zahlt dagegen Erträge direkt aus.

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.


24. Was ist mit Steuern?

Bei einem ETF-Investment in Deutschland müssen Anleger die steuerliche Behandlung berücksichtigen.

Für Einzelpersonen beträgt der Sparer-Pauschbetrag 1.000 Euro pro Jahr.

Bei zusammen veranlagten Ehepaaren beträgt er 2.000 Euro.

Bei bestimmten Aktienfonds kann außerdem eine Teilfreistellung gelten.

Die tatsächliche Steuerbelastung hängt unter anderem vom Fonds, den Erträgen, dem persönlichen Freibetrag und der individuellen Situation ab.

Unsere Modellrechnung berücksichtigt diese individuellen steuerlichen Unterschiede nicht.

Die genannten 500, 1.000 und 2.000 Euro sind deshalb keine garantierten Nettobeträge.


25. Warum comdirect für ETF-Sparer interessant sein kann

Eine mögliche Plattform für einen ETF-Sparplan ist comdirect, hier klicken: https://www.tarifcheck.com/gt1QGUN und dort auf jetzt vergleichen klicken und dann etwas nach unten scrollen, bis man comdirect sieht.

Ein Vorteil kann die große Auswahl an sparplanfähigen ETFs sein.

Außerdem können Anleger einen ETF-Sparplan automatisieren.

Wichtig sind jedoch die jeweiligen aktuellen Kosten.

Bei einem ETF-Sparplan können beispielsweise Ausführungsentgelte anfallen.

Deshalb sollte man vor dem Abschluss immer das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis prüfen.

Auch sogenannte ETF-Aktionen können sich ändern.

Nicht nur die Kosten des ETFs selbst sind wichtig, sondern auch die Kosten des Brokers.


26. So könnte ein einfacher ETF-Sparplan aussehen

Ein Anleger könnte beispielsweise folgendermaßen vorgehen:

Schritt 1: Notgroschen aufbauen

Nicht das gesamte verfügbare Geld in Aktien investieren.

Schritt 2: Depot eröffnen

Zum Beispiel bei einem etablierten Onlinebroker.

Schritt 3: ETF auswählen

Beispielsweise:

Vanguard FTSE All-World

oder

S&P 500 ETF

Schritt 4: Sparrate bestimmen

Zum Beispiel:

200 € monatlich

300 € monatlich

oder

500 € monatlich

Schritt 5: Sparplan automatisieren

Der Betrag wird regelmäßig investiert.

Schritt 6: Langfristig denken

Ein Aktien-ETF ist keine kurzfristige Geldanlage.

Schritt 7: Sparrate später erhöhen

Aus 300 Euro können später beispielsweise 400 oder 500 Euro werden.


27. Der größte Hebel ist häufig nicht der ETF

Viele Anleger fragen:

„Welcher ETF bringt die höchste Rendite?“

Eine mindestens ebenso wichtige Frage lautet:

„Wie viel kann ich jeden Monat dauerhaft investieren?“

Ein Beispiel:

3.000 € Startkapital + 200 € monatlich

ist etwas völlig anderes als:

3.000 € Startkapital + 500 € monatlich.

Die höhere Sparrate kann den Vermögensaufbau erheblich beschleunigen.


28. Noch interessanter: Die Sparrate jedes Jahr erhöhen

Wer mit 300 Euro monatlich beginnt, muss nicht für immer bei 300 Euro bleiben.

Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, die Sparrate regelmäßig an das Einkommen anzupassen.

Wenn das Gehalt steigt, könnte ein Teil der Erhöhung zusätzlich investiert werden.

Dadurch kann aus:

300 € → 320 € → 350 € → 400 € → 450 € → 500 €

werden.

Eine steigende Sparrate wurde in unseren Tabellen allerdings nicht berücksichtigt.

Die tatsächliche Entwicklung könnte bei einer solchen Strategie daher anders aussehen.


29. Was passiert bei einem Börsencrash?

Auch ein S&P-500-ETF und ein Welt-ETF können erheblich fallen.

Ein Anleger muss deshalb damit rechnen, dass sein Depot zeitweise deutlich weniger wert ist.

Wer beispielsweise 100.000 Euro investiert hat und das Depot verliert 30 %, sieht plötzlich nur noch:

70.000 Euro

Das bedeutet nicht automatisch, dass die langfristige Strategie gescheitert ist.

Es bedeutet aber, dass Aktienanlagen erhebliche Schwankungen mit sich bringen.

Geld, das in wenigen Jahren sicher benötigt wird, sollte deshalb nicht ohne weiteres vollständig in Aktien investiert werden.


30. Inflation darf nicht vergessen werden

500 Euro in 20 oder 30 Jahren haben nicht dieselbe Kaufkraft wie heute.

Bei langfristigen Finanzplanungen sollte deshalb zwischen:

nominalen Eurobeträgen

und

realer Kaufkraft

unterschieden werden.

Wer beispielsweise langfristig 1.000 Euro monatliches Einkommen aus seinem Depot erreichen möchte, sollte überlegen, welche Kaufkraft diese 1.000 Euro zum gewünschten Zeitpunkt tatsächlich besitzen.


31. Der entscheidende Unterschied zwischen 7 % und 10 %

Unsere Modellrechnung zeigt sehr deutlich:

Je höher die angenommene Rendite, desto kürzer wird die mathematisch errechnete Zeit bis zum Zielvermögen.

Aber:

Eine höhere angenommene Rendite ist nicht kostenlos.

Höhere Renditechancen können mit höheren Risiken, stärkeren Schwankungen oder einer stärkeren Konzentration auf bestimmte Märkte verbunden sein.

Deshalb sollte man nicht einfach die höchste Renditeannahme wählen, nur damit das Ergebnis schöner aussieht.


32. Welche Variante ist für wen interessant?

Vereinfacht betrachtet:

Welt-ETF

Interessant für Anleger, die möglichst breit über verschiedene Länder und Regionen investieren möchten.

S&P 500

Interessant für Anleger, die gezielt auf die großen US-Unternehmen setzen möchten.

7-%-Szenario

Geeignet als vorsichtigere Modellrechnung für unseren Artikel.

10-%-Szenario

Interessant als optimistisches Vergleichsszenario mit historischer Orientierung am US-Aktienmarkt.

Keine dieser Varianten garantiert eine bestimmte zukünftige Rendite.


33. 500 Euro passives Einkommen sind nicht dasselbe wie 500 Euro Gehalt

Ein Depot von 150.000 Euro und eine angenommene Entnahme von 4 % ergeben rechnerisch:

6.000 € pro Jahr

beziehungsweise:

500 € pro Monat

Das bedeutet aber nicht, dass das Depot jedes Jahr exakt 6.000 Euro erwirtschaftet.

Die Börse schwankt.

In einem schlechten Börsenjahr kann das Depot deutlich fallen.

Außerdem beeinflussen Inflation und Steuern die tatsächliche Kaufkraft.


34. Die wichtigste Erkenntnis

Man muss nicht mit 50.000 oder 100.000 Euro beginnen.

Auch:

3.000 € + 200 € monatlich

können der Anfang eines langfristigen Vermögensaufbaus sein.

Noch stärker wird der Effekt bei:

3.000 € + 500 € monatlich

oder:

10.000 € + 500 € monatlich.

Unter unserer Modellannahme von 7 % würde beispielsweise:

10.000 € + 500 € monatlich

nach ungefähr 20,3 Jahren die Größenordnung von 300.000 Euro erreichen.

Bei einer Modellannahme von 10 % wären es etwa 16,9 Jahre.

Das sind mathematische Szenarien – keine Versprechen.


35. Fazit

Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, braucht nicht zwingend ein riesiges Startkapital.

Entscheidend sind:

Startkapital + Sparrate + Zeit + Rendite + Disziplin.

Zwei interessante ETF-Konzepte sind dabei:

Vanguard FTSE All-World

für eine globale Streuung

und

S&P 500

für einen konzentrierten Fokus auf große US-Unternehmen.

Warren Buffett hat den S&P 500 beziehungsweise einen entsprechenden Indexfonds wiederholt als einfache Möglichkeit für Anleger genannt, die nicht selbst einzelne Unternehmen auswählen wollen.

Für unsere Modellrechnung verwenden wir bewusst zwei Szenarien:

7 % Rendite

und

10 % Rendite.

Die 7-%-Variante ist die vorsichtigere Modellrechnung.

Die 10-%-Variante zeigt, wie stark sich eine höhere langfristige Rendite mathematisch auswirken würde.

Sie darf jedoch nicht als Prognose verstanden werden.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:

„Wie werde ich möglichst schnell reich?“

Sondern:

„Wie viel kann ich langfristig regelmäßig investieren und wie lange kann ich diese Strategie durchhalten?“

Wer früh beginnt, regelmäßig investiert und lange investiert bleibt, gibt dem Zinseszinseffekt Zeit, seine Wirkung zu entfalten.


Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung, Finanzberatung oder Steuerberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Die dargestellten Berechnungen sind Modellrechnungen. Sie beruhen auf vereinfachten Annahmen von 7 % beziehungsweise 10 % durchschnittlicher jährlicher Rendite.

Eine Rendite von 7 % oder 10 % ist nicht garantiert.

Die tatsächliche Wertentwicklung eines ETFs kann erheblich davon abweichen und über längere Zeiträume auch negativ sein.

Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Auch die angenommene Entnahmerate von 4 % stellt keine Garantie für ein dauerhaftes passives Einkommen dar.

Steuern, Inflation, ETF-Kosten, Orderkosten, Spreads, persönliche Freibeträge und Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen können das tatsächliche Ergebnis beeinflussen.

Vor einer konkreten Anlageentscheidung sollten Anleger die aktuellen Produktinformationen, Kosten, steuerlichen Regelungen und ihre persönliche finanzielle Situation prüfen und gegebenenfalls qualifizierte unabhängige Beratung in Anspruch nehmen.

GeldSparenLeichtGemacht.de übernimmt keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die aufgrund der in diesem Artikel enthaltenen Informationen getroffen werden.

Von Eduard

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