Schnäppchen bei Auktionen: Zoll-Auktion, Justiz-Auktion, VEBEG, Zwangsversteigerungen und Pfandversteigerungen

Wer beim Einkaufen Geld sparen möchte, muss sich nicht ausschließlich auf klassische Sonderangebote, Rabattaktionen und Online-Shops beschränken. Eine häufig unterschätzte Möglichkeit sind öffentliche Auktionen und Versteigerungen.

Auf verschiedenen Plattformen werden regelmäßig Fahrzeuge, Werkzeuge, Maschinen, Elektronik, Möbel, Schmuck, Fahrräder und viele andere Gegenstände angeboten. Bei Zwangsversteigerungen kommen außerdem Immobilien hinzu.

Doch Vorsicht: Ein niedriger Startpreis bedeutet nicht automatisch ein Schnäppchen.

Wer bei Auktionen wirklich günstig kaufen möchte, sollte den angebotenen Gegenstand immer mit dem aktuellen Marktpreis vergleichen und sämtliche zusätzlichen Kosten berücksichtigen.


Welche Auktionsplattformen gibt es?

Zu den bekanntesten Anlaufstellen in Deutschland gehören:

  • Zoll-Auktion
  • Justiz-Auktion
  • VEBEG
  • ZVG-Portal für Zwangsversteigerungen
  • regionale Pfandversteigerungen

Die Plattformen unterscheiden sich teilweise deutlich hinsichtlich der angebotenen Waren und der jeweiligen Verkaufsbedingungen.


1. Zoll-Auktion: Versteigerungen von Bund, Ländern und Kommunen

Die Zoll-Auktion ist die elektronische Versteigerungsplattform der öffentlichen Hand. Dort werden unter anderem gepfändete, sichergestellte oder beschlagnahmte Gegenstände sowie ausgesonderte Gegenstände aus Behördenbeständen angeboten.

Das Angebot kann entsprechend sehr vielfältig sein.

Mögliche Kategorien sind beispielsweise:

  • Autos und andere Fahrzeuge
  • Fahrräder
  • Werkzeuge
  • Maschinen
  • Elektronik
  • Möbel
  • Schmuck
  • Uhren
  • Haushaltsgegenstände
  • sonstige Gebrauchsgegenstände

Interessant ist die Plattform vor allem deshalb, weil immer wieder Gegenstände angeboten werden, deren Startpreis deutlich unter dem Preis vergleichbarer Neuware liegt.

Allerdings sollte man den Startpreis lediglich als Ausgangspunkt betrachten.

Wenn mehrere Interessenten auf denselben Artikel bieten, kann der endgültige Preis erheblich steigen.

Worauf sollte man achten?

Vor der Abgabe eines Gebots sollte man insbesondere prüfen:

  • Zustand des Artikels
  • genaue Beschreibung
  • vorhandenes Zubehör
  • Fotos
  • Abholort
  • Versandmöglichkeiten
  • Zahlungsbedingungen
  • mögliche Mängel

Bei öffentlichen Auktionen gelten außerdem andere Bedingungen als beim normalen Online-Shopping. Ein gewöhnliches Widerrufsrecht besteht beispielsweise nicht automatisch.


2. Justiz-Auktion: Gepfändete und eingezogene Gegenstände

Eine weitere interessante Plattform ist die Justiz-Auktion.

Hier werden unter anderem Gegenstände aus gerichtlichen Verfahren, Pfändungen, Beschlagnahmungen, Einziehungen, Räumungen und Fundsachen versteigert.

Das Angebot kann deshalb sehr unterschiedlich ausfallen.

Zu finden sind beispielsweise:

  • Smartphones
  • Computer
  • Kameras
  • Fahrräder
  • Werkzeuge
  • Fahrzeuge
  • Schmuck
  • Uhren
  • Haushaltsgeräte
  • Möbel
  • Sportartikel

Gerade bei höherwertigen Markenartikeln kann sich eine genaue Preisrecherche lohnen.

Aber auch hier gilt:

Nicht der Startpreis entscheidet darüber, ob ein Angebot günstig ist. Entscheidend ist der endgültige Kaufpreis.


3. VEBEG: Besonders interessant für Fahrzeuge und Maschinen

Wer sich für Fahrzeuge, Maschinen und technische Ausstattung interessiert, sollte zusätzlich die VEBEG beobachten.

Dort werden unter anderem Gegenstände aus Beständen öffentlicher Einrichtungen und Unternehmen angeboten.

Dazu können gehören:

  • Pkw
  • Transporter
  • Lkw
  • Maschinen
  • technische Geräte
  • Werkzeuge
  • Feuerwehrfahrzeuge
  • landwirtschaftliche Geräte
  • Büroausstattung
  • IT-Technik
  • weitere Betriebsausstattung

Für Handwerker, Gewerbetreibende und Unternehmen können solche Angebote besonders interessant sein.

Bei größeren Gegenständen sollte man jedoch die möglichen Transport- und Reparaturkosten besonders sorgfältig kalkulieren.

Bei Fahrzeugen und Maschinen kann außerdem eine Besichtigung vor der Gebotsabgabe sinnvoll sein.


4. Zwangsversteigerungen: Immobilien unter dem Marktwert?

Eine besondere Form der öffentlichen Versteigerung sind Zwangsversteigerungen von Immobilien.

Hier können beispielsweise

  • Eigentumswohnungen
  • Einfamilienhäuser
  • Mehrfamilienhäuser
  • Grundstücke
  • Garagen
  • Gewerbeimmobilien

angeboten werden.

Das ZVG-Portal bietet Informationen zu Zwangsversteigerungsterminen und den entsprechenden Verfahren.

Bei Immobilien kann das mögliche Sparpotenzial erheblich größer sein als bei einem normalen Konsumartikel.

Gleichzeitig ist das finanzielle Risiko wesentlich höher.

Deshalb sollte man vor einem Gebot unter anderem prüfen:

  • Verkehrswertgutachten
  • Zustand der Immobilie
  • Lage
  • Sanierungsbedarf
  • mögliche Belastungen
  • bestehende Rechte
  • Finanzierung
  • Erwerbsnebenkosten
  • mögliche Vermietungs- oder Eigennutzungsmöglichkeiten

Ein vermeintliches Immobilien-Schnäppchen kann durch umfangreiche Renovierungen oder andere Kosten schnell wesentlich teurer werden.

Bei Immobilien gilt deshalb: Nie allein anhand des Startgebots entscheiden.


5. Pfandversteigerungen: Schmuck, Uhren, Elektronik und andere Wertgegenstände

Auch Pfandversteigerungen können für Schnäppchenjäger interessant sein.

Je nach Anbieter und Versteigerung können beispielsweise angeboten werden:

  • Schmuck
  • Gold- und Silbergegenstände
  • Uhren
  • Münzen
  • Elektronik
  • Haushaltsgegenstände
  • verschiedene Gebrauchsgegenstände

Besonders bei Schmuck und Uhren ist allerdings eine genaue Prüfung wichtig.

Ein vermeintlich günstiger Preis kann beispielsweise durch einen unbekannten Zustand, fehlende Unterlagen oder eine falsche Einschätzung des Marktwerts relativiert werden.

Bei wertvollen Gegenständen sollte deshalb möglichst genau geprüft werden:

Was ist der Gegenstand tatsächlich wert?


Der wichtigste Grundsatz: Startpreis ist nicht gleich Schnäppchenpreis

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt beim Einkauf über Auktionen.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel.

Ein Produkt startet bei einer Auktion mit:

100 €

Ein vergleichbares Produkt kostet im normalen Handel:

300 €

Auf den ersten Blick scheint die Ersparnis enorm zu sein.

Doch während der Auktion steigt das Gebot auf:

230 €

Dazu kommen beispielsweise:

20 € Versand

Der tatsächliche Kaufpreis beträgt damit:

250 €

Die tatsächliche Differenz zum Marktpreis beträgt nur noch:

50 €

Das vermeintliche Schnäppchen ist damit wesentlich weniger attraktiv als zunächst angenommen.


Deshalb sollte man immer den aktuellen Marktpreis ermitteln

Bevor man ein Gebot abgibt, sollte man herausfinden, was ein vergleichbarer Artikel aktuell kostet.

Dafür können Preisvergleichsportale sehr hilfreich sein.

Eine Möglichkeit ist beispielsweise PREISVERGLEICH.de.

Dort können Verbraucher Preise verschiedener Händler miteinander vergleichen und sich einen Überblick über das aktuelle Preisniveau eines Produkts verschaffen.

Die Vorgehensweise ist einfach:

1. Auktionsangebot finden

Beispielsweise ein bestimmtes Smartphone.

2. Modell genau identifizieren

Nicht nur die Marke vergleichen, sondern möglichst:

  • Modell
  • Speichergröße
  • Ausstattung
  • Zustand
  • Ausführung

3. Marktpreis ermitteln

Nun wird geprüft, was ein vergleichbares Gerät aktuell im Handel kostet.

4. Nebenkosten berücksichtigen

Zum Auktionspreis kommen möglicherweise:

  • Versand
  • Abholung
  • Fahrtkosten
  • Transport
  • Reparaturen
  • fehlendes Zubehör

5. Maximalgebot festlegen

Erst danach sollte man entscheiden, wie hoch man maximal bieten möchte.


Ein Beispiel für einen professionellen Preisvergleich

Angenommen, ein Werkzeug wird bei einer Auktion angeboten.

Aktuelles Gebot: 120 €

Der aktuelle Marktpreis für ein vergleichbares neues Gerät liegt bei:

220 €

Zusätzliche Kosten:

15 € Versand

Das bedeutet:

120 € + 15 € = 135 € tatsächliche Kosten

Möglicher Preisunterschied:

220 € – 135 € = 85 €

In diesem Fall könnte das Angebot interessant sein.

Steigt das Gebot allerdings auf 195 €, sieht die Rechnung anders aus:

195 € + 15 € = 210 €

Dann beträgt der mögliche Preisvorteil nur noch:

10 €

Spätestens jetzt sollte man sich fragen:

Lohnt sich der Aufwand und das Risiko noch?


Nicht nur den Preis vergleichen – auch den Zustand

Ein häufiger Fehler besteht darin, einen gebrauchten Auktionsartikel mit einem neuen Produkt aus dem Online-Handel zu vergleichen.

Das ist nicht immer sinnvoll.

Ein gebrauchtes Smartphone für 200 € ist beispielsweise nicht automatisch ein Schnäppchen, nur weil ein neues Gerät 350 € kostet.

Man muss auch berücksichtigen:

  • Alter
  • Gebrauchsspuren
  • Akkuzustand
  • Garantie
  • Zubehör
  • Verpackung
  • technische Funktion

Der faire Vergleich lautet deshalb möglichst:

vergleichbarer Zustand gegen vergleichbaren Zustand.


Die persönliche Höchstgrenze ist entscheidend

Eine der wichtigsten Regeln beim Bieten lautet:

Vor dem Bieten ein persönliches Limit festlegen.

Beispiel:

Marktpreis:

300 €

Man entscheidet:

Mein maximaler Gesamtpreis beträgt 200 €.

Dann darf man beispielsweise bis zu einem bestimmten Gebot gehen.

Wird das Limit überschritten, steigt man aus.

Das verhindert, dass man sich während einer laufenden Auktion von der Dynamik anstecken lässt.

Denn genau das kann bei Auktionen passieren:

„Jetzt habe ich schon so viel geboten, jetzt will ich den Artikel auch haben.“

Das ist wirtschaftlich gefährlich.


Die professionelle Schnäppchenformel

Wer regelmäßig bei Auktionen kauft, kann sich eine einfache Formel merken:

Tatsächlicher Kaufpreis

Auktionsgebot + Versand + Transport + Reparaturen + sonstige Kosten

Danach erfolgt der Vergleich mit dem:

realistischen aktuellen Marktpreis

Nur wenn danach noch ein ausreichender Preisvorteil besteht, handelt es sich tatsächlich um ein interessantes Schnäppchen.


Eine einfache Checkliste vor jedem Gebot

Bevor Sie auf „Gebot abgeben“ klicken, sollten Sie fünf Fragen beantworten:

1. Was kostet der Artikel normalerweise?

Nicht die UVP, sondern möglichst der aktuelle Marktpreis.

2. Wie ist der Zustand?

Neu, gebraucht, beschädigt oder ungeprüft?

3. Welche zusätzlichen Kosten entstehen?

Versand, Abholung, Transport oder Reparatur?

4. Wie hoch ist mein persönliches Limit?

Das Limit sollte vor dem Bieten feststehen.

5. Wie groß ist der tatsächliche Preisvorteil?

Wenn nach allen Kosten nur noch ein kleiner Unterschied zum normalen Marktpreis besteht, lohnt sich das Risiko möglicherweise nicht.


Wann Auktionen besonders interessant sein können

Besonders interessant können Auktionen sein, wenn

  • der Gegenstand eindeutig identifizierbar ist,
  • der Marktpreis leicht ermittelbar ist,
  • der Zustand gut dokumentiert ist,
  • die Nebenkosten gering sind,
  • nur wenige Bieter vorhanden sind,
  • der Artikel eine hohe Nachfrage besitzt,
  • der mögliche Preisvorteil ausreichend groß ist.

Weniger interessant sind Angebote, bei denen Zustand, Funktionsfähigkeit oder tatsächlicher Wert kaum beurteilt werden können.


Auktionen und Preisvergleich kombinieren

Die Kombination aus Auktionssuche und Preisvergleich ist besonders effektiv.

Die Strategie lautet:

Auktion finden

Artikel identifizieren

aktuellen Marktpreis recherchieren

Zustand vergleichen

Nebenkosten berechnen

Maximalgebot festlegen

bieten oder aussteigen

Damit wird aus einer spontanen Auktion eine kalkulierte Kaufentscheidung.


Fazit: Nicht möglichst billig kaufen – möglichst günstig kaufen

Öffentliche Auktionen und Versteigerungen können eine interessante Möglichkeit sein, hochwertige Gegenstände zu einem attraktiven Preis zu kaufen.

Dazu gehören insbesondere:

Zoll-Auktion
Justiz-Auktion
VEBEG
Zwangsversteigerungen
Pfandversteigerungen

Das größte Potenzial liegt jedoch nicht darin, einfach nach dem niedrigsten Startpreis zu suchen.

Der entscheidende Unterschied zwischen einem Anfänger und einem erfahrenen Schnäppchenjäger besteht darin, dass der erfahrene Käufer den realistischen Gesamtpreis berechnet.

Die wichtigste Regel lautet deshalb:

Erst vergleichen, dann rechnen und erst danach bieten.

Wer Auktionspreise mit aktuellen Marktpreisen beispielsweise über PREISVERGLEICH.de vergleicht, kann wesentlich besser beurteilen, ob ein Angebot tatsächlich ein Schnäppchen ist – oder nur auf den ersten Blick günstig aussieht.

Klicke auf den Bahner, um direkt zum Preisvergleich zu gelangen.

Ein echtes Schnäppchen ist nicht der Artikel mit dem niedrigsten Auktionspreis. Ein echtes Schnäppchen ist der Artikel, dessen Gesamtpreis deutlich unter seinem realistischen Marktwert liegt.

Von Eduard

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